Bericht
Cyclevision in Lelystad / NL am 05.06./06.06.04


Der grosse Reinfall, könnte man als Aussenstehender meinen. Doch im Grunde genommen war die WM für mich schon ein grosser Erfolg. Durch meinen stressigen Job und viele private Unternehmungen hatte ich seit September 03 lediglich 1000 km trainiert. Von "Training" kann man da eigentlich schon nicht mehr reden. So bin ich mit sehr gemischten Gefühlen nach Holland gefahren. Einerseits wusste ich, dass es unglaublich viel Spass macht, auf der RDW-Strecke zu fahren. Auf der anderen Seite waren aber auch sehr viele starke Leute auf der Liste. Diesmal hatte ich allerdings einen Trumpf im Ärmel: ich hatte diesmal meine Freundin dabei, die mich beim Start perfekt unterstützen konnte. So klappte der Start auch reibungslos und ich war bereits nach einer Runde an siebter Stelle!



Gleich an die Spitze setzte sich Hans Wessels, der mit seiner Quest einen Superblitzstart hingelegt hatte. Ich konnte jedoch zu meiner grossen Verwunderung relativ schnell die Führung übernehmen und lag nach einer Stunde bereits mit über 30 Sekunden vorne. Axel Fehlau an dritter Stelle hatte schon über 1 Minute Rückstand. Da ich nicht genau informiert war, was hinter mir passierte, nahm ich etwas Tempo heraus, um dann in der letzten Stunde noch zulegen zu können. Nach ca. 90 Minuten war dann plötzlich die blaue WhiteHawk mit Axel Fehlau im Rückspiegel, die scheinbar einen Zwischensprint eingelegt hatte. Für die Zuschauer sicher schön anzusehen waren dann die folgenden Runden, die ich zuerst knapp vor, dann knapp hinter der White Hawk fuhr. Ich hatte das Gefühl, dass ich durch sehr knappes Kurvenfahren immer ein paar Meter gut machen konnte. Leider habe ich dann diese Strategie etwas übertrieben und bin ins Grün gekommen. Durch den doch recht grossen Absatz hatte das einen sofortigen Abflug zur Folge. Glück im Unglück: Erstens kamen keine weiteren Fahrer durch mich in Bedrängnis oder gar zum Sturz! Und zweitens stürzte ich auf die selbe Seite wie schon letztes Jahr bei Testfahrten, sodass ich die letzte Reparatur "nur" noch einmal wiederholen muss. Leider war damit aber mein Rennwochenende bereits vorüber und ich konnte mich von da an entspannen und ausnahmsweise das Stundenrennen einmal aus Zuschauerseite betrachten, was mir sehr viel Spass bereitete, denn ich war extrem gespannt, wie sich die Überraschung der WM, nämlich Bernhard Böhler mit seinem neuen vollverkleideten Rad im Stundenrennen schlagen wird.



Beim LeMans-Start noch mit grossen Startschwierigkeiten behaftet stellte sich die Frage, ob Bernhard Böhler mit normalem Start die anderen übertrumpfen könnte. Ich lag mit meiner Vermutung denn auch richtig.



Bernhard Böhler startete zwar wiederum verhalten, drehte dann aber nach Aufholjagd und einigen Runden hinter Ellen v.Vogt richtig auf, um überlegen zu siegen.



Bleibt nur zu hoffen, dass noch mehr solcher Neukreationen in die Szene kommen, dann könnten solche Rennen wieder richtig spannend werden.